Schulmittagessen:
Der Bezirkselternausschuss Lichtenberg stellt fest, dass bei der Ausgestaltung der Essensverträge für das Mittagessen an Schulen dringender Handlungsbedarf besteht.
Die derzeitige vertragliche Praxis, wonach Caterer nur die tatsächlich abgeholten Essen vergütet bekommen, obwohl sie sich bei ihrer Planung und Zubereitung an den vorliegenden Bestellungen der Eltern/Kinder orientieren müssen, führt zu einer einseitigen und sachlich nicht gerechtfertigten Belastung der Caterer. Diese sind verpflichtet, die bestellten Mahlzeiten zuverlässig bereitzustellen, tragen jedoch das wirtschaftliche Risiko, wenn Essen trotz Bestellung nicht abgeholt wird. Ursachen hierfür liegen regelmäßig nicht im Verantwortungsbereich der Caterer, sondern in organisatorischen, kommunikativen oder familiären Umständen. Es ist daher nicht vertretbar, dass Caterer die hierdurch entstehenden Verluste allein tragen müssen. Die Situation führt dazu, dass sich immer weniger Caterer für das Schulessen bewerben können oder sogar in schwere Verluste geraten.
Der Bezirkselternausschuss spricht sich deshalb dafür aus, dass Caterer künftig grundsätzlich für die bestellten Essen und nicht lediglich für die tatsächlich abgeholten Essen vergütet werden.
Zugleich ist sicherzustellen, dass kein Kind vom Mittagessen faktisch ausgeschlossen wird, nur weil keine aktive Bestellung durch die Eltern erfolgt ist. Das schulische Mittagessen ist für viele Kinder ein wichtiger Bestandteil eines gesunden und verlässlichen Schulalltags. Fehlende Bestellungen dürfen daher nicht dazu führen, dass Kinder ohne Versorgung bleiben.
Der Bezirkselternausschuss fordert deshalb außerdem:
1. dass das System der Essensorganisation so ausgestaltet wird, dass grundsätzlich eine aktive Abmeldung vom Essen erforderlich ist und nicht eine aktive Anmeldung,
2. dass Kinder, für die keine gesonderte Auswahl vorgenommen wurde, automatisch ein Standardessen erhalten, etwa Essen 1,
3. dass Eltern, die wiederholt keine Bestellung oder Auswahl vornehmen, automatisiert auf diesen Umstand hingewiesen werden,
4. dass bei dauerhaft ausbleibender Mitwirkung der Eltern schulischerseits das Gespräch gesucht wird und gegebenenfalls ein pädagogisches Gespräch angeboten oder veranlasst wird, um bestehende Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
Der Bezirkselternausschuss Lichtenberg bittet die zuständigen Stellen im Bezirk sowie auf Landesebene, die bestehenden Regelungen und Vertragsgestaltungen zu überprüfen und so weiterzuentwickeln, dass sowohl eine verlässliche Essensversorgung der Kinder als auch faire und wirtschaftlich tragfähige Bedingungen für die Caterer gewährleistet werden.
Hitzeschutz:
Die Anzahl Hitzetage hat sich seit 1950 in Berlin etwa verdreifacht, Tendenz steigend. Im Bundesvergleich gab es im letzten Jahrzehnt in keinem anderen Bundesland so viele Hitzetage, wie in Berlin.
Schutz gegen Hitze ist an vielen Lichtenberger Schulen aber nicht vorhanden – mit Folgen. Schüler*innen können sich nicht in dem Maße auf den Unterricht konzentrieren, wie notwendig. Doch auch das Personal an den Schulen leidet unter der Situation, was sich gesundheitlich und in zusätzlichen Fehlzeiten äußert. Hinzu kommen mehrere tausend Stunden Hitzefrei bzw. verkürzter Unterricht, in denen Bildung nicht stattfindet – zusätzlich zum Unterricht, der aufgrund von zu wenig Lehrkräften ausfällt.
Die Ergebnisse aus einer kürzlich erfolgten Umfrage des Lichtenberger Klimabeirats bestätigen die Hitzeproblematik in Lichtenberger Schulgebäuden und auf den Schulhöfen noch einmal sehr deutlich.
Daher fordert der Bezirkselternausschuss Lichtenberg, sich in diesem Jahr einen Überblick über die Hitzebelastungen an den Schulen im Bezirk zu verschaffen und einerseits pragmatische technische Lösungen zu finden, welche zeitnah umsetzbar sind, als auch nachhaltige technische und natürliche Hitzeschutzlösungen, welche im Rahmen von Umbau-, Sanierungs- und Neubaumaßnahmen umgesetzt werden.
